Warum ich wohl zu lieb für Game of Thrones bin und die Serie nicht mehr gucken werde

Eine Kritik von Martin Przyborowski

 

Jetzt habe ich die letzten beiden Folgen hinter mir und damit die 5. Staffel der HBO Serie „Game Of Thrones“ durchgesehen. Durchgestanden, muss ich eher sagen, denn ich kann mich nicht erinnern, eine ähnlich lange Zeit in einer so derartig negativen Gefühlswelt verbracht zu haben.

Ich bin fertig mit der Serie. Keine Neugier wird mich dazu bringen, wieder einzusteigen in diesen dunklen Kosmos, der von Gier, Missgunst, Mord, Folter und Lügen beherrscht wird. Es ist mir völlig egal, was aus den Opfern wird, denn nichts anderes sind die Figuren der Serie. So sehr sie auch glauben mögen, ihr Schicksal selbst bestimmen zu können, bleiben sie Opfer.
Ich will mich nicht mehr in sie hineinversetzen, mich mit ihnen schlecht fühlen und selbst schlecht draufkommen.

Nach Anschauen der Episoden 6 und 7 hatte ich Alpträume bekommen, aber die letzten beiden Folgen konnten das Sich-in Gewalt-suhlen noch steigern. Wehrlos musste ich mit anschauen, wie ein Kind vor den Augen seiner Mutter verbrannt wurde. Ströme von Blut beim Terroranschlag einer radikalen Sekte. Musste ertragen, wie Augen ausgestochen, Menschen zerhackt, vergiftet und gefoltert wurden, wie eine Frau nackt in Schimpf und Schande durch die Strassen getrieben wurde. Ohne Pause wurde gelogen, hintergangen, gehasst, geneidet, intrigiert. Es gab so gut wie keine positiven Momente. Die Herrschaft des Bösen, der moralischen Verkommenheit war allgegenwärtig.
Was treibt Menschen an, sich das anzusehen und ihrer Seele Leid anzutun? Gute Frage.

Es gibt die Anschauung, dass durch die Einrichtung von Meditationszentren in Kriegs- und Krisengebieten Frieden geschaffen werden kann. Klar ist, dass die Kraft positiver Gedanken die Menschen bewegt, über ihren Schatten zu springen und Gutes zu tun.
Diese Serie könnte das Gegenteil bewirken.
Durch die stundenlange negative Imagination macht sie ihre Zuschauer hoffnungslos und verzweifelt und damit diese Welt ein wenig schlechter.

Wir wissen alle, dass die Welt schlecht ist . Der Alltag im Kongo, in Afghanistan oder in syrischen Flüchtlingscamps ist grausamer als die geschilderten Geschehnisse in Winterfell oder Mereen.

Aber, um unsere reale Welt retten zu können, und daran glaube ich ganz fest, dass wir sie retten können, brauchen wir keine Gewaltpornografie, sondern positive Impulse, positive Gedanken. Offenheit, Verständnis, Liebe.
Gutes Karma eben.

29. Oktober 2017

 

 

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