Zur Kassenlage der Supermärkte

Ich hatte es wieder mal eilig, noch schnell was einkaufen, bezahlen und raus aus dem Supermarkt.

Im Kassenbereich haben sie jetzt vier Selbstbedienung-Kassen aufgebaut. Dort ist Schlange meist kürzer, also nichts wie ran an die Maschine. Sobald man Probleme mit der Bedienung hat, kommt eine nette Mitarbeiterin und erklärt dem Kunden, wie man die gekauften Produkte selbst scannt, einpackt und bezahlt. Fühlt sich modern an, man tippt auf Touchscreen-Displays herum und lässt sich von der Computerstimme durch die Prozedur führen.

Als ich den Bogen raus hatte und mir wie eine routinierte Kassiererin fühlte, begann ich nachzudenken, wie sich eine Verkäuferin wohl fühlen muss, die gerade einem Kunden erklärt, die Maschine zu bedienen, die ihren Arbeitsplatz überflüssig macht.

Das gab es schon mal, als die Supermärkte einführten, dass die Kunden ihr Obst und Gemüse selbst abwiegen sollten. Zu Anfang standen neben jeder Wage noch Verkäuferinnen, die der Kundschaft erklärten, wie es geht. Mit der Zeit wurden es weniger, heute arbeitet in der Frische meistens nur noch eine Person, die die Ware auspackt und einräumt.

Beim Rausgehen an den herkömmlichen Kassen vorbei fällt mir auf, dass an jeder Kasse eine Kassiererin sitzt, die emsig und meistens freundlich ihre Arbeit macht und auch noch Zeit findet, zwischendurch mit den Kunden ein kurzes Schwätzchen zu halten.

Daneben kommt auf 4 SB-Kassen eine Verkäuferin, die nicht mal Kassiererin sein muss.
Kurz nachgerechnet: 3 Arbeitskräfte eingespart x Bruttogehalt/Sozialkosten x Anzahl der Filialen = Mehr Gewinn. Als Bonus gibt es noch das vermutlich niedrigere Gehalt und die kürzere Ausbildung der Beratungskräfte obendrauf. Da lohnt es sich schon, das Angebot des Automatenherstellers durchzurechnen, bei dem am Ende noch genügend übrigbleibt für den Händler.

Nur wer soll am Ende dann das Geld haben, einkaufen zu gehen, wenn es keine Arbeit mehr gibt? Dann muss die Grundsicherung kommen, sonst gehen die Supermärkte pleite.

Schon absurd, der Kapitalismus.